Klar kann erst 2008 mit Freigang rechnen
Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar kann frühestens von Januar 2008 an mit Freigang rechnen. Der genaue Zeitpunkt sei noch von einem neuen Gutachten abhängig, sagte der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll dem "Mannheimer Morgen". Allerdings sei Klar "bisher nicht gewillt, mit dem Gutachter zu sprechen". Deshalb sei nicht absehbar, wann die Untersuchungsergebnisse vorliegen.Für Klar hatte ein erster Gutachter eine positive Prognose gestellt. Nach einer umstrittenen Grußbotschaft des Inhaftierten an die Berliner Rosa-Luxemburg-Konferenz im Januar zweifelt Goll jedoch an der Prognose. Der Minister gab ein zweites Gutachten in Auftrag. Klar bekommt nach mehr als 24 Jahren erstmals Hafterleichterung. Nach einer Entscheidung des Landgerichts Karlsruhe vom 24. April darf er das Gefängnis zeitweise in Begleitung von Wachbeamten verlassen.Goll ist aber weiterhin gegen einen Freigang für ein Praktikum beim Berliner Ensemble, das Klar angeboten wurde. "Er bekommt die Lockerungen. Dazu kann auch im nächsten Jahr Freigang gehören. Ein Theater in Berlin ist meiner Meinung nach dafür aber sicher nicht der geeignete Platz." Für die Entscheidung für einen Freigang ohne Begleitung sieht Goll keinen Zeitdruck. Falls Bundespräsident Horst Köhler Klar nicht begnadige, komme dieser frühestens im Januar 2009 frei. Bis dahin sei noch jede Menge Zeit. Der Lockerungsplan hänge von Klars Mitwirkung ab. Wenn Klar "in einigen Sätzen klärt, wie sein Verhältnis zum Terrorismus aussieht, geht es sicher schneller".
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